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§7 · Lagerlogistik

Lagerlogistik & Pick-Strategien — der unsichtbare Hebel.

WMS, Lagerarten, vier Pick-Strategien, ABC-Klassifizierung, FIFO/FEFO, permanente Inventur und die wichtigsten Lager-KPIs. Was ein gutes Lager von einem mittelmäßigen unterscheidet.

§7.1

WMS: Warehouse Management System.

Ein Warehouse Management System (WMS) ist die Software, die alle Lagerprozesse steuert: Wareneingang, Lagerplatzzuweisung, Bestandsführung, Kommissionierung, Verpackung, Versand-Vorbereitung und Inventur. Bei Fulshipment ist das WMS Teil der FulApp — du siehst alles, was im Lager passiert, in Echtzeit.

Was ein modernes WMS leisten muss

  • Multi-Mandanten-Fähigkeit — saubere Trennung der Bestände mehrerer Marken.
  • Echtzeit-Bestandsführung — jeder Pick, jede Einlagerung sofort sichtbar.
  • Lagerplatz-Optimierung — A-Artikel automatisch nach vorn, C-Artikel nach hinten.
  • Pick-Logik — automatische Routenplanung, Stapel-Picks, Wave-Building.
  • Inventur-Modul — permanente Inventur, Differenz-Tracking, Ursachenanalyse.
  • Schnittstellen — zu Shopsystemen, Marktplätzen, Carriern, ERP, Buchhaltung.
  • Reporting — KPIs, Lagerumschlag, Order Accuracy, Inventory Accuracy.
§7.2

Lagerarten: Boden, Fachregal, Hochregal.

LagerartGeeignet fürPick-GeschwindigkeitStückkosten
Bodenlagergroße SKUs, Paletten, Sperrgutlangsamerhoch (Flächenkosten)
Fachregal (Pick-Front)schnell drehende SKUs (A-Artikel)sehr schnellniedrig
HochregalReserve-Bestand, B/C-Artikelmittel (Stapler nötig)niedrig
Durchlaufregalschnelle Dreher mit FIFO/FEFOsehr schnellmittel
KommissionierschachtPick-Bestand pro SKUschnellmittel

In Marienheide nutzen wir alle fünf Lagerarten je nach SKU-Typ — Bodenlager für Sperrgut, Fachregale für Pick-Bestand der Schnelldreher, Hochregal für Reserve.

§7.3

Pick-Strategien im Vergleich.

Vier Pick-Strategien sind im E-Commerce-Fulfillment üblich. Die richtige Strategie spart pro Auftrag Sekunden — bei 14.000 Sendungen pro Tag ist das ein massiver Hebel.

StrategieWie funktioniert?Geeignet für
Single-OrderEin Auftrag, ein Pickwagen-LaufNiedrige Auftragsvolumen, individuelle Verpackung
Batch-PickingMehrere Aufträge mit gleichen SKUs parallelHohe Volumen, viele Wiederholungs-SKUs
Wave-PickingZeitlich getaktete „Wellen" nach Cut-Off oder CarrierCut-Off-getriebene Versand-Workflows
Cluster-PickingMehrere Aufträge in einem Wagen mit TrennfächernAufträge mit wenigen Artikeln, hoher Auftragsdichte
§7.4

Pick-by-Voice / Light / Vision.

Drei moderne Pick-Technologien lösen das klassische Klemmbrett ab: Pick-by-Voice (Sprach-Anweisungen über Headset, hände-frei), Pick-by-Light (LED am Lagerplatz zeigt SKU + Menge), Pick-by-Vision (AR-Brille mit Lagerplatz-Anzeige).

Welche Technologie sich rechnet, hängt von Volumen, SKU-Profil und Investitionsbudget ab. Pick-by-Voice ist 2026 der häufigste Standard in modernen Fulfillment-Hubs — geringe Hardware-Investition, deutliche Pick-Beschleunigung.

§7.5

ABC-Klassifizierung.

Die ABC-Klassifizierung sortiert SKUs nach Drehgeschwindigkeit. A-Artikel machen typischerweise 20 % des Sortiments und 80 % des Umsatzes aus (Pareto). Sie kommen nah an die Pack-Plätze — kurze Pickwege, schnelle Verarbeitung. B-Artikel sind die mittlere Klasse, C-Artikel die langsam drehenden mit oft 50 % der SKUs aber nur 5 % des Umsatzes.

KlasseAnteil SKUsAnteil UmsatzLagerplatzierung
A~20 %~80 %vorderster Pick-Bereich
B~30 %~15 %mittlerer Pick-Bereich
C~50 %~5 %hinteres Lager / Reserve
§7.6

FIFO / FEFO / LIFO — welches Verfahren wann?

FIFO (First In, First Out) ist Standard für nicht-verderbliche Ware: der zuerst eingelagerte Bestand wird zuerst gepickt. FEFO (First Expired, First Out) ist Pflicht für Lebensmittel, Kosmetik, Pharma — der Bestand mit dem nächsten Verfallsdatum wird zuerst gepickt. LIFO (Last In, First Out) ist im E-Commerce unüblich.

§7.7

Inventur: permanent vs. Stichtag.

Permanente Inventur (Rolling Count) ist 2026 Standard: täglich werden geplante SKU-Slots gezählt und mit dem WMS-Bestand abgeglichen. So vermeidest du klassische Stichtags-Inventur mit 1–3 Tagen Lagerstillstand. Differenzen werden klassifiziert und je nach Ursache (Schwund, Buchungsfehler, Beschädigung) bearbeitet.

§7.8

Die wichtigsten Lager-KPIs.

KPIDefinitionZielwert
Order Accuracykorrekt kommissionierte Aufträge> 99,5 %
Inventory AccuracyÜbereinstimmung WMS-Bestand mit Realbestand> 98 %
Pick-Rate / Mitarbeiter / TagAnzahl gepickter Artikel250–300
LagerumschlagHäufigkeit, wie oft Lager im Jahr „durchrotiert"branchenabhängig 4–12
Stranded Inventorynicht zuordenbarer / verlorener Bestand< 1 %
Cycle Count VarianceInventur-Differenzen pro Zyklus< 0,5 %
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Häufige Fragen — Lagerlogistik

Was ist ein WMS?

Ein Warehouse Management System (WMS) ist die Software, die alle Lagerprozesse steuert: Wareneingang, Lagerplatzzuweisung, Bestandsführung, Kommissionierung, Verpackung, Versand-Vorbereitung und Inventur. Bei Fulshipment ist das WMS Teil der FulApp — direkt mit Live-Daten für dich als Kunde einsehbar.

Was ist ABC-Klassifizierung?

Die ABC-Klassifizierung sortiert SKUs nach Drehgeschwindigkeit: A-Artikel (Top 20 %, ~80 % Umsatz) kommen nah an die Pack-Plätze für kurze Pickwege. B-Artikel (mittlere Klasse) ins mittlere Lager. C-Artikel (langsam drehende ~50 % der SKUs mit ~5 % Umsatz) ins hintere Lager. Das spart pro Auftrag wenige Sekunden — über 14.000 Sendungen am Tag ein massiver Hebel.

Was ist der Unterschied zwischen FIFO und FEFO?

FIFO (First In, First Out) heißt: der zuerst eingelagerte Bestand wird zuerst gepickt. Standard für nicht-verderbliche Ware. FEFO (First Expired, First Out) heißt: der Bestand mit dem frühesten Mindesthaltbarkeitsdatum wird zuerst gepickt — Pflicht für Lebensmittel, Kosmetik, Pharma. LIFO (Last In, First Out) ist im E-Commerce unüblich.

Welche Pick-Strategien gibt es?

Vier gängige: Single-Order (eine Bestellung pro Lauf — gut bei wenigen Aufträgen), Batch-Picking (mehrere Bestellungen mit gleichen SKUs parallel — typisch bei hohen Volumen), Wave-Picking (zeitlich getaktet nach Versand-Cut-Off oder Carrier), Cluster-Picking (mehrere Aufträge in einem Pickwagen mit Trennfächern). Die richtige Wahl spart 10–25 % Pick-Aufwand.

Wie wird Inventur in einem modernen Lager gemacht?

Permanente Inventur (rolling count) ist 2026 Standard: täglich werden geplante SKU-Slots gezählt und mit dem WMS-Bestand abgeglichen. So wird klassische Stichtags-Inventur (Schließung des Lagers für 1–3 Tage) vermieden. Inventur-Differenzen werden im WMS erfasst, klassifiziert und je nach Ursache (Schwund, Buchungsfehler, Beschädigung) bearbeitet.

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